EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 eröffnet Wege zur Rückforderung von Spielverlusten aus der Zeit vor dem Staatsvertrag

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat in der Rechtssache C-440/23 festgestellt, dass deutsche Spieler Verluste aus Online-Casino-Spielen wie Roulette, virtuellen Slots und anderen Tischspielen zurückfordern können, sofern diese vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 illegal angeboten wurden, und zwar auch dann, wenn die Anbieter über Lizenzen aus anderen EU-Staaten wie Malta verfügten.
Das Urteil bestätigt zugleich die Gültigkeit nationaler Verbote für Online-Glücksspiele unter dem EU-Recht, während frühere Einschränkungen durch spätere Legalisierungen nicht rückwirkend außer Kraft gesetzt werden.
Details zur Entscheidung und ihren rechtlichen Grundlagen
Im April 2026 sprach der EuGH in Luxemburg das Urteil, das nationale Regelungen zum Schutz vor illegalem Glücksspiel in Deutschland aufrechterhält, und zwar unabhängig von EU-weiten Lizenzierungen, denn die Mitgliedstaaten behalten das Recht, den Zugang zu Online-Casinos einzuschränken, solange diese Maßnahmen verhältnismäßig bleiben und dem Allgemeininteresse dienen.
Die Richter stellten klar, dass Anbieter ohne deutsche Erlaubnis vor 2021 keine Ansprüche auf Bestandsschutz aus späteren Verträgen ableiten können, während Spieler gleichzeitig auf zivilrechtliche Wege zur Erstattung von Einsätzen zurückgreifen dürfen.
Auswirkungen auf laufende Verfahren in Deutschland
Tausende Klagen deutscher Spieler, die vor dem Staatsvertrag 2021 Verluste erlitten haben, erhalten durch diese Entscheidung zusätzliche rechtliche Unterstützung, und zwar besonders in Fällen, die gegen maltesische oder andere EU-lizenzierte Plattformen gerichtet sind, denn die Bestätigung der Verbote ermöglicht es Gerichten, Rückforderungen auf Basis nationalen Rechts zu prüfen.
Im Juni 2026 zeigen sich bereits erste Effekte in deutschen Instanzen, wo Anwälte auf das Urteil verweisen, um Verfahren zu beschleunigen und Beweisanforderungen zu konkretisieren.

Die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags, die ab 2021 in Kraft traten, gelten weiterhin als Maßstab für aktuelle Angebote, während rückwirkende Ansprüche aus der Vorperiode separat behandelt werden, und zwar ohne dass die spätere Legalisierung illegale Aktivitäten nachträglich legitimiert.
Rechtliche Konsequenzen für EU-weite Anbieter
Betreiber mit Sitz in anderen EU-Ländern sehen sich verstärkten Risiken gegenüber, da das Urteil die Durchsetzung deutscher Verbote auch gegenüber ausländischen Lizenzen bekräftigt, und zwar in der Weise, dass Verträge über illegale Spiele als nichtig betrachtet werden können, was direkte Auswirkungen auf Schadensersatzklagen hat.
Gerichte in Deutschland nutzen diese Klarstellung, um Beweislasten zwischen Spielern und Anbietern neu zu verteilen, während statistische Erhebungen zeigen, dass die Zahl der eingereichten Forderungen seit der Urteilsverkündung gestiegen ist.
Verbindung zu Verbraucherschutz und nationalen Vorschriften
Das Urteil unterstreicht die Rolle des Verbraucherschutzes im EU-Binnenmarkt, indem es nationale Maßnahmen gegen illegales Online-Glücksspiel als mit europäischem Recht vereinbar einstuft, und zwar ohne dass Harmonisierungsbestrebungen diese Kompetenzen einschränken, denn Mitgliedstaaten dürfen weiterhin strenge Zugangsregeln erlassen.
Experten verweisen auf die Pressemitteilung des EuGH, die unter curia.europa.eu (Fall C-440/23) abrufbar ist, um die genauen Formulierungen zur Gültigkeit von Verboten nachzuvollziehen.
Praktische Umsetzung für Betroffene
Spieler, die vor 2021 an illegalen Angeboten teilgenommen haben, können nun gezielt zivilrechtliche Schritte einleiten, wobei Gerichte auf die EuGH-Vorgaben zurückgreifen, um Ansprüche auf Rückzahlung von Einsätzen zu prüfen, und zwar unter Berücksichtigung von Nachweisen über die Teilnahme an Spielen wie Roulette oder Slots.
Rechtsanwälte berichten von einer Zunahme an Beratungsgesuchen seit dem Urteil, während Verfahren in mehreren Bundesländern parallel laufen und auf einheitliche Auslegungen hinarbeiten.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 festigt die Position nationaler Verbote im EU-Recht und eröffnet gleichzeitig Rückforderungsmöglichkeiten für vor 2021 entstandene Verluste, wobei laufende Verfahren in Deutschland von dieser Klarstellung profitieren und Anbieter aus anderen Mitgliedstaaten mit angepassten Risikobewertungen reagieren.